B.K.S. Iyengar

B.K.S. Iyengar (1918-2014) war einer der berühmtesten Yogalehrenden und -praktizierenden der Gegenwart.
Iyengar arbeitete mit unermüdlichem Eifer daran, die Errungenschaft vergangener Hatha-Yoga-Meister für die Welt des 20. und 21. Jahrhunderts zu interpretieren. Er probierte einfachste Hilfsmittel im Unterricht aus und entwickelte eine Methode, die Übungspraxis zu verfeinern und detailliert aufzuschlüsseln. So wurde die Kunst des Yoga für jeden zugänglich.

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B.K.S. Iyengar war einer der berühmtesten Yogalehrenden und -praktizierenden der Gegenwart. 1918 als 11. von 13 Kindern im südindischen Bellur geboren, wuchs er in den folgenden Jahren in ärmlichen Verhältnissen auf, die zu einer chronischen Unterernährung und lebensbedrohlichen Erkrankungen führten. Mit 16 Jahren wurde er, steif und von schwacher Konstitution, von seinem strengen und unberechenbaren Schwager S.T. Krishnamacharya in die Wissenschaft des Yoga eingeführt.

Krishnamacharya studierte indische Philosophie, Grammatik und Ayurveda. Ab 1916 hielt Krishnamacharya sich acht Jahre im Himalaya bei seinem Lehrer, dem Hatha-Yogin Ramamohan Brahmachari auf, der ihm schließlich nach intensivem Studium riet, in seine Heimat zurückzukehren. Er sollte als Guru die Botschaft des Yoga verbreiten. So wurde Krichnamacharya zum Begründer des modernen Hatha Yoga. Im Jahr 1937 kamen die ersten westlichen Schüler, wie zum Beispiel Indra Devi, zu ihm.

Es war Krichnamachyarya, der Iyengar 1937 nach Pune schickte, um dort Yoga zu unterrichten. Arm, allein und völlig abhängig vom Wohlwollen der Colleges in Pune, begann er in täglichem Selbststudium die Asanas zu erforschen, praktizieren und unterrichten. Sein Gesundheitszustand verbesserte sich allmählich. Iyengar arbeitete fortan mit unermüdlichem Eifer daran, die Errungenschaft vergangener Hatha-Yoga-Meister für die Welt des 20. und 21. Jahrhunderts zu interpretieren. Er begann die Asanas und Pranayamas systematisch zu kategorisieren und zu katalogisieren. Er probierte einfachste Hilfsmittel im Unterricht aus und entwickelte eine Methode,
die Übungspraxis zu verfeinern und detailliert aufzuschlüsseln. So wurde die Kunst des Yoga für jeden zugänglich: für ungeübte Anfänger, aber insbesondere auch für kranke und ältere Schüler.

1943 heiratete Iyengar Ramamani, die ihm sieben Kinder schenkte. Sie wurde zur spirituellen Weggefährtin, die Iyengar auf dem oftmals beschwerlichen Weg als Yogalehrer stets zur Seite stand. Seine Kinder Geeta und Prashant entschieden sich ebenso für den Yogaweg und übernahmen 1984 die Leitung des Ramamani Iyengar Memorial Yoga Institute (RIMYI) in Pune.

1947 begann Iyengar gezielt Kranke zu behandeln.

1952 kam es zur Begegnung mit dem weltberühmten Violinisten Yehudi Menuhin (1916-1999). Er wurde sein Schüler, Freund und Förderer. Im gleichen Jahr erhielt Iyengar vom großen Yogameister Swami Sivananda (1887-1963) die
Auszeichnung yoga-raja, König des Yoga. Sivananda war von einer Yogademonstration Iyengars dermaßen beeindruckt, dass er Iyengar für eine Inkarnation des ersten Hatha-Yogins, Matsyendra (ca. 7. Jhd.), hielt. Es folgten Reisen nach Europa und die Veröffentlichung von “Light on Yoga”, Iyengars erstem Buch. Es gilt heutzutage als die Bibel des modernen Hatha-Yoga. Iyengar verfeinerte das überlieferte Wissen und entwickelte eine wirksame, verständliche und
zeitgemäße Methode. Er war es, der den Yoga als verbindende Kraft in die Welt trug und für Jedermann zugänglich machte. In der Dekade von 1980-1990 entstanden überall auf der Welt Iyengar Yoga Institute.

B.K.S. Iyengar starb am 20.8.2014. In dem Vorwort seines letzten Buches „Licht fürs Leben“ schreibt er: „Ich hoffe zutiefst, dass mein Ende Ihr Anfang sein möge.“

In seinem Buch „Der Urquell des Yoga“ endet er mit einem Segensgruß an seine Schüler:
„Ich bitte Patanjali, meine Schüler zu segnen,
mögen die Licht bringenden Strahlen des Yoga zu ihnen durchdringen,
mögen Gleichmut und Frieden in sie strömen,
als ein immerwährender Fluss,
der ins Meer der spirituellen Weisheit mündet.“