Iyengar Yoga

“Worte können den Wert von Yoga nicht vermitteln, er muss erfahren werden.”
B.K.S. Iyengar

In der Übungspraxis steht die Kultivierung des Körpers mit Hilfe von Asanas (Körperstellungen) im Zentrum.
Die Übungen dienen nach Iyengar vor allem der Zähmung der Gedanken auf dem Weg zurück zu „purusha“ (das innere Selbst).

Typisch für den Unterricht und die Übungspraxis im Iyengar Yoga sind vier Aspekte:
1. Präzision, 2. Timing, 3. Sequenzing, 4. Props

mehr lesen ...

Wirkungen der Iyengar Yogapraxis

Körperhaltungen (Asanas) und Atemtechniken (Pranayamas), die regelmäßig in der richtigen Weise geübt werden, berühren den ganzen Menschen und fördern so die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit. Yoga ist ein Lernprozess, in dessen Verlauf sich die eigene Körperwahrnehmung, die Körperhaltung und die Konzentration, aber auch die Entspannung immer mehr verfeinern. Neben körperlicher Stabilität, Flexibilität, Ausdauer und Balance spürt die Übende/der Übende einen Zugewinn an emotionaler Spannkraft, die hilft, die Herausforderungen des Alltags positiver aufzunehmen. Der Einzelne entwickelt einen wachen, aufmerksamen Geist, der zu größerem Gewahrsein im alltäglichen Leben führt.

Alles komme hierbei, wie schon Patanjali betont, auf das „Wie” der Haltung an. Der Übende, der bereit ist, sich den Übungen mit ganzem Herzen zu widmen, müsse im Feuer der Yogaschulung gestärkt, gehärtet und gereinigt werden, bis es zu „citta-vrittinirodha”, der Beruhigung der Geistesbewegungen, kommen könne.

Typisch für den Unterricht und die Übungspraxis im Iyengar Yoga sind vier Aspekte:

1. Präzision, 2. Timing, 3. Sequenzing, 4. Props

1. Präzision

Die Entdeckung der Richtung im Asana ist ein Grundprinzip der Übungspraxis. Das optimale Ausrichten der Körperachsen ist auch Voraussetzung für ein gesundes, bekömmliches Üben und zeigt den Weg hin zur Mühelosigkeit im Asana. Für Iyengar ist Präzision ein Synonym für Klarheit, Achtsamkeit und Wachheit. Erst die genaue und aufrichtige Selbstbeobachtung während der Übungspraxis ermöglicht
einen wirklichen Zugang zu den tieferen Schichten des Seins, ermöglicht Leichtigkeit im Körper und damit Freiheit.

2. Timing

Für Iyengar ist „Timing“ ein Synonym für Ausdauer und Kraft in Verbindung mit Durchlässigkeit und Loslassen in einer Haltung. Der Schüler lernt durch die Zeitkomponente „in der Haltung zu sein“: wahrzunehmen, zu beobachten und entsprechend zu korrigieren. Konzentration gepaart mit Hingabe führen tiefer und tiefer in die Haltung. Die Konzentration auf einen Punkt und das gleichzeitige Verharren an der Basis ermöglichen das tiefere Eintauchen in die Haltung. Und es geschieht eine bis dahin für unmöglich gehaltene Ausdehnung von Präsenz und Gewahrsein. Die Balance bleibt erhalten, rechte und linke Körperhälfte befinden sich im Gleichgewicht. Beides ergibt in der Summe eine Erfahrung der Zeitlosigkeit, des puren Seins, der Verschmelzung von innen und außen. Iyengar nennt diesen Zustand “Meditation in Aktion”.

3. Sequenzing

Da die einzelnen Asanas und Pranayamas unterschiedlich wirken, werden sie entsprechend aufeinander abgestimmt. Es ist Iyengars Verdienst, Bewegung und Haltung der anatomischen Struktur, der physiologischen Funktion und der psychologischen Auswirkungen entsprechend aneinanderzureihen.
Das kraftvolle und wache Üben der aufeinander abgestimmten Asanas ist ein Synonym für das Vorankommen auf dem Weg von außen nach innen, das gleichmäßige Abstimmen von Anspannung und Entspannung, von Ausdauer und Stille, also von abhyasa (Übung) und vairaghya (Loslassen).

4. Props

Die Entwicklung und der Einsatz von „Props“ (Hilfsmittel wie Klötze, Gurte, etc.) sind eng mit der Präzision, die im Asana erreicht werden soll, verbunden. Die Props berücksichtigen Steifheit und Schwäche des Übenden. Sie sollen ihm ermöglichen, auch schwierige Asanas korrekt einzunehmen beziehungsweise einfachere genauer auszuführen. Dies führt zu größtmöglichem Nutzen für den Übenden.

Die Props bilden außerdem die Grundlage für den von Iyengar entwickelten therapeutischen Yoga.

Iyengar Yoga als Marke

B.K.S. Iyengar hat weltweit unzählige nach seiner Methode ausgebildete Yogalehrer und Yogalehrerinnen an den Früchten seiner jahrzehntelangen Praxis teilhaben lassen, die wiederum das von ihm erhaltene Wissen weitergeben. Jeder, der bei einem zertifizierten Iyengar Yogalehrer oder einer zertifizierten Iyengar Yogalehrerin Unterricht nimmt, steht damit in Verbindung zu dieser einzigartigen Methode.

Um diese Verbindung zu zeigen und zugleich die Qualität dieser Methode zu erhalten, ist Iyengar Yoga in Deutschland seit 2002 geschützt. Zertifizierte Lehrer und Lehrerinnen erkennt man daran, dass sie Iyengar als Markenzeichen verwenden. Es zu erwerben, bedarf einer langjährigen, profunden, strengen Ausbildung und einer ständigen Weiterbildung im In- und Ausland.

Es gibt fünf Grade der Zertifizierung, die wiederum in verschiedene Levels untergliedert werden. Nach dreijähriger Ausbildung und bestandener Prüfung ist man Introductory-Yogalehrerin/-lehrer und hat somit den ersten der fünf möglichen Grade abgeschlossen.

Infos zur Yogalehrerausbildung unter: www.iyengar-yoga.de